Vogel-Exponate

Krokodilwächter

Pluvianus aegyptius

Der Krokodilwächter (Pluvianus aegyptius) ist der einzige Vertreter seiner Gattung Pluvianus. Seit wenigen Jahren wird er sogar als einzige Art einer neuen Familie namens Pluvianidae angesehen, die in die Regenpfeiferartigen gehört. Er kommt in Zentral Afrika, südlich der Sahara, vom Senegal bis nach Äthiopien vor. 


Der Krokodilwächter ist ein kleiner, etwa 20 cm großer Vogel und kann bis zu 92 g schwer werden. Durch seine besondere Gefiederfärbung ist er nur schwer zu verwechseln. Der Kopf ist schwarz, die Flügel sowie der Schwanz sind blau-grau während die Körperunterseite hauptsächlich gelblich bis orange gefärbt ist. Vom Kopf aus verläuft ein schwarzer Streifen über den Rücken bis zur Körpermitte. Der Krokodilwächter verdankt seinen Namen der Legende, dass er in den Mäulern von Krokodilen nach Nahrung sucht und diese so von Essensresten befreit. Dieses Verhalten wurde aber bis heute nicht wissenschaftlich bestätigt.

 
Den Lebensraum des Krokodilwächters bilden hauptsächlich große tropische Flüsse in Tieflandgebieten. Dort sucht er an den Sand- und Kiesbänken nach seiner Nahrung. Diese besteht vor allem aus Würmern, Muscheln, Schnecken und aquatische Insekten. Dafür stochert er mit seinem Schnabel und Beinen in feuchtem Sand oder dreht mittelgroße Steine um. Ab und an fängt er auch kleine Fische oder pickt nach verschiedenen Samen am Boden.

 
Die Brutzeit des Krokodilwächters liegt zwischen Januar und Mai. Die Weibchen bauen kein Nest, sondern legen die meist 2 bis 3 Eier einfach in den Sand am Flussufer. Die Jungen brauchen zwischen 28 und 31 Tage bis sie schlüpfen. Währenddessen regulieren beide Elternteile die Bruttemperatur, indem sie sich mit angefeuchtetem Bauchgefieder auf das Gelege setzen um es zu kühlen. Die Jungtiere sind Nestflüchter. Nach dem Schlüpfen fangen sie schon am ersten Tag an zu laufen und suchen sich nach 7 Tagen selbständig Nahrung. Sie bleiben aber noch weitere 35 Tage bei den Eltern bis sie flügge sind. In dieser Zeit regulieren die Eltern immer noch die Körpertemperatur der Jungtiere und vergraben sie unter Sand, wenn Gefahr droht. 


Der Bestand des Krokodilwächters ist momentan nicht gefährdet, da er ein sehr großes Verbreitungsgebiet besitzt und gelernt hat sich an den Menschen anzupassen. Die Hauptgefahr für ihn sind Neubauten von Staudämmen, die seinen Lebensraum zerstören können. 

Patenschaftsgebühr: 500 Euro